'Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt...' - Leistungsdruck - Entschleunigung aus christlicher Sicht

Drucken

Entscheidungen im Vorfeld

Die Organisatorinnen und Organisatoren standen in der Planungsphase vor der spannenden Frage, ob sich denn die angedachten oder geplanten Auftrittsorte auch realisieren ließen. Kurz vor Beginn der Partnerschaftsbegegnung mussten noch diverse Änderungen vorgenommen werden.

Die Arbeitsgruppe 'Leistungsdruck – Entschleunigung' traf es insofern besonders hart, als ein Auftrittsort wegen Insolvenz kurzfristig wegfiel und kein Ersatz gefunden werden konnte. Insofern war von Anfang der Gruppenphase an klar, dass diese Arbeitsgruppe nur an einem Ort ihre Ergebnisse präsentieren konnte.

Die Vorbereitung

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren:

  • Esther Wagner (Evangelische Kirche im Fürstentum Liechtenstein)
  • Tomas Sakas (Reformierte Kirche in Litauen)
  • Rezsö Reksán (Reformierte Kirche in Ungarn)
  • Veronika Sára Molnár (Reformierte Kirche in Ungarn)
  • Heike Albrecht (Lippische Landeskirche)
  • Peter Thimm (Lippische Landeskirche)

In einem ersten Gesprächsgang sollten sich die Gruppenmitglieder zu ihren eigenen Erfahrungen mit Leistungsdruck äußern. Wenig überraschend war, dass dieses Thema auch außerhalb Deutschlands nicht unbekannt ist, sondern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Lebenszusammenhängen, besonders aber im Beruf, damit konfrontiert worden sind und darunter gelitten haben.

Die Arbeitsgruppe bei der Arbeit

In einem zweiten Schritt wurde der Bibeltext Prediger 3,1-13 ('Alles hat seine Zeit') in der Methode des Bibelteilens gelesen und erschlossen.
Indem er das menschliche Tun in den Rahmen des göttlichen Handelns stellt, relativiert er so manche Mühen unsererseits. Besonders die Verse 12-13 („Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei al seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“) hatten es allen Gruppenmitgliedern angetan und sollten bei der Präsentation besonders hervorgehoben werden.

Schließlich wurde der Wegfall eines Veranstaltungsortes thematisiert und darüber diskutiert, was die TeilnehmerInnen an dem verbleibenden Veranstaltungsort, nämlich dem Sportpark Lippe, erwarten würde. Darauf fußend wurde die Präsentation geplant:

  • Während einige Gruppenmitglieder an einem vom Sportpark angebotenen Workout teilnehmen würden, sollten die verbleibenden Mitglieder an Hand von vorbereiteten Plakaten die Gäste des Sportparks zum Thema 'Leistungsdruck – Entschleunigung' befragen und eine Abstimmung durchführen.
  • Anschließend sollte der Aktionskünstler Jens Heuwinkel die Gäste mit einer sportlich-komödiantischen Einlage sammeln und zum Thema hinführen.
  • In einer Diskussionsrunde schließlich sollten die Gäste selber zum Thema zu Wort kommen können und einige Mitglieder der Arbeitsgruppe würden von ihren persönlichen Erlebnissen erzählen. Dabei sollte auch der Bibeltext aus Pred. 3 angesprochen und als Entwurf für ein entspannteres Leben eingebracht werden.

Umsetzung des Themas im Sportpark Lippe

Am Freitag, dem 1. April, um 18.00 Uhr war die Arbeitsgruppe im Sportpark Lippe zu Gast.
Für Veronika Sará Molnár, Reszö Reksán, Tomas Sakas und Peter Thimm aus der Vorbereitungsgruppe begann der ‚Einsatz‘ mit einem Fitnesstraining.

In dieser Zeit befragten Esther Wagner und Heike Albrecht Besucherinnen und Besucher des Sportparks Lippe anhand von ausgearbeiteten Fragen und Antworten, wo Leistungsdruck entsteht und wo dieser abgebaut wird.

Die Befragten konnten mit je 2 Bällen aktiv werden und abstimmen. Ergebnis war, dass der größte Leistungsdruck im Beruf erfahren wird, aber auch im Zusammenspiel von den 4 befragten Faktoren (Beruf – Ausbildung – Familie – Statusdenken). Abgebaut wird Leistungsdruck lt. der ausgewerteten Antworten (Sport – Natur -  Musik – Glaube) gleichwohl im Sport als auch in der Natur, an dritter Stelle kam die Musik und mit 3 Stimmen kam auch der Glaube vor.

Ca. 30 Sportler wurden befragt, nur 2 waren nicht zu Antworten bereit. Es kam zu kurzen Gesprächen während der Aktion, die insgesamt positiv aufgenommen wurde. Als Dankeschön wurde ein kleiner Notizblock mit dem Logo 'andere sichten' und der Internet-Adresse verteilt. Auf der Rückseite war der Bibeltext aus Pred. 3,12-13 abgedruckt.

Im Anschluss versuchte der Künstler Jens Heuwinkel alias 'W. Watuschek', das Interesse der Besucherinnen und Besucher des Sportparks auf die Aktion der Arbeitsgruppe zu lenken. Er ging auf die Menschen, auch an den Geräten, zu.
Mit seinem 'Weltrekordversuch', schneller auf einem Kleinstfahrrad fahren, als 10 Gegner bis 10 zählen können, konnte er aber auch nicht sehr viele Menschen in das Foyer des Sportparks locken. Nachdem er den 'Weltrekordversuch' gewonnen hatte, blieben lediglich 4 Personen im Foyer sitzen, diese waren zu einer weiteren Diskussion, die an dieser Stelle von uns geplant und thematisch vorbereitet worden war, aber nicht bereit. Somit wurde die Aktion beendet.

Fazit

Alle Gruppenmitglieder fanden es sehr schade, dass die geplante Diskussionsrunde mit Austausch der Meinungen und Erfahrungen zu Leistungsdruck und Entschleunigung nicht stattfinden konnte - gerade auch, weil in der Vorbereitung darauf ein besonderes Augenmerk gelegt wurde.
Somit konnte ein Teilziel der Veranstaltung, nämlich das Zursprachebringen eines biblischen Textes zu einem gesellschaftlich relevanten Thema an einem ungewöhnlichen Ort nur ansatzweise gelingen.
Ursache hierfür ist wohl weniger die fehlende Bereitschaft der Besucherinnen und Besucher, über ein religiöses Thema zu sprechen, als vielmehr der Veranstaltungsort, der nach allen sportlichen Aktivitäten bald wieder verlassen wird.